Ich habe oft schon den Satz gehört, dass ein Verteilergetriebe nicht so überholt werden könnte, dass es auf die Dauer wieder richtig funktioniert. Ich sage immer, bevor man behauptet, dass etwas nicht überholt werden kann, sollte man erst einmal etwas genauer hinschauen und erst dann eine Meinung dazu abgeben. Offensichtlich gibt es Fälle, in denen es sich nicht lohnt, mit der Überholung des Verteilergetriebes zu beginnen. Ich denke hier an ein zerbrochenes, gerissenes Gehäuse oder an ein innen zertrümmertes, abgeriebenes Verteilergetriebe. In solchen Fällen ist es offensichtlich kostengünstiger, eine andere Richtung einzuschlagen. Generell muss ich aber den Zweiflern widersprechen, denn es ist doch möglich, ein Verteilergetriebe für den langfristigen Gebrauch zu überholen. Natürlich bedarf es der richtigen Bauteile und der richtigen Fachkenntnisse. Hier sollen wir es in zwei Teile aufteilen. Mit dem Begriff der richtigen Bauteile meine ich Bauteile in Qualität von Originalbauteilherstellern und nur diese Teile. Ich sage gleich, warum.
Ich habe schon einige Male erlebt, dass die Bauteile zwar ordnungsgemäß eingebaut wurden, aber im Gebrauch, was die gefahrene Kilometer betrifft, nur einen Bruchteil der Laufleistung von originalen Werksteilen aufwiesen. Dabei kann es sich um eine Verteilerkette eines unbekannten oder weniger bekannten Herstellers oder z.B. um einen Lagersatz handeln. Wenn man die Überholung ernst meint, soll man diese Möglichkeit ausschließen und sich an originale Werksbauteile halten, da man mit der Überholung eines Verteilergetriebes auf die Dauer nur so beginnen kann und darf. Jedes einzelne Bauteil, auch wenn es unbedeutend erscheint, hat seine Aufgabe. Wenn alle Bauteile ordnungsgemäß funktionieren, wird auch der Betrieb des Verteilergetriebes ordnungsgemäß sein. Dies kann nur erreicht werden, und ich betone es noch einmal, wenn das richtige Qualitätsbauteil in das Verteilergetriebe eingebaut wird. Die andere Sache ist die Fachkenntnis, die man durch Erfahrung erwirbt. Dazu muss man natürlich ein paar Stück zerlegen und wieder zusammenbauen…
Dabei versuchen wir Ihnen durch Videos, Explosionsansichten und Zeichnungen auf unserer Webseite zu helfen. Beziehungsweise, bei bestimmten Bauteilen, mit nützlichen Informationen vor dem Einbau. So ist zum Beispiel das Tränken von Kupplungslamellen der Verteilergetriebe einige Stunden lang in Öl der richtigen Spezifikation vor dem Einbau! Oder zum Beispiel die Anpassung und Kalibrierung der Steuermotoren (Stellmotoren), die für einen störungsfreien Betrieb unerlässlich ist. Beim Austausch von Steuermotoren neuerer Typen muss beispielsweise bei vielen Fahrzeugtypen auch auf die gegebene Fahrgestellnummer (Vin-Code) des Fahrzeugs codiert werden, bevor man versucht, den Stellmotor in Betrieb zu nehmen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Fachmann mit guter Referenz die Fähigkeit hat, aus Bauteilen in Qualität von Originalbauteilherstellern ein Verteilergetriebe wieder zusammenbauen kann, das langfristig betriebsfähig ist.